Mit den warmen Tagen kommt die Lust aufs Campen. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile rund 221.000 Stell- und Zeltplätze auf mehr als 2900 Campingplätzen. Bayern lag 2017 mit 432 Campingplätzen an der Spitze, aber auch im hohen Norden und im Osten der Bundesrepublik lassen Urlauber voller Begeisterung die Seele baumeln.
Zu den schönsten und abwechslungsreichsten Möglickeiten, sich direkt am Wasser vom Alltag zu erholen, gehört der Titisee im Dreiländereck des Südschwarzwalds. Baden und Boot fahren machen den See familientauglich, und Angler sind vor allem von der Aussicht auf die riesigen Titisee-Hechte angetan.
Auch Luxus und kulturelles Leben sind mit dem Urlaub im Zelt oder Wohnwagen gut vereinbar. In Lechbruck am See im Allgäu verlocken Ausflugsziele wie Schloss Neuschwanstein dazu, den Campingplatz als Hauptquartier zu benutzen, ohne sich ausschließlich aufs Areal zu beschränken.
Auch der Spreewald wird von immer mehr Campingfreunden entdeckt. Nicht nur aus der rund 100 Kilometer entfernten Hauptstadt Berlin reisen Urlauber an, um sich in fast unberührter Natur zwischen Wiesen, Wäldern und Seen zu erholen. Paddel- und Angeltouren, Bootsfahrten, Waldspaziergänge und Kneippkuren machen selbst einen Kurzurlaub zum erholsamen Erlebnis. Schlösser, Festungen und wehrhafte Türme bieten einen Einblick in die wechselhafte Geschichte des Spreewaldgebiets.
Historisch bedeutsam und abwechslungsreich geht es auch im hohen Norden zu. Der Salemer See mit seinem Badestrand ist allemal einen Besuch wert. Das von Wäldern, Wiesen und blühenden Rapsfeldern umgebene Gewässer ist zudem ganz in der Nähe etlicher attraktiver Städte gelegen. Nur sieben Kilometer sind es vom See nach Ratzeburg mit seinem Dom und dem Ernst-Barlach-Museum. Auch in die Till-Eulenspiegel-Stadt Mölln mit ihren romantischen Häusern ist es nur wenig weiter. Vor allem für die jüngeren Camper gibt es in Mölln zudem einen sehenswerten Tierpark.
Wer es beim Zelten autofrei mag, ist in Enzklösterle im Schwarzwald gut aufgehoben. Zeltareal und Caravanplatz sind streng voneinander getrennt. In der unmittelbaren Umgebung sorgen der Nationalpark Schwarzwald, ein Urwaldpfad, Hochmoorseen und sogar ein Baumwipfelpfad für Abwechslung. Entspannung pur bieten die zwölf Kilometer entfernten Thermalbäder in Bad Wildbad, zu denen auch das luxuriöse Palais Thermal gehört.
Wo einst der Schinderhannes mit seinen Raubzügen für Angst und Schrecken sorgte, lässt sich heute sorglos zelten. Die Ruine der Schmidtburg in Schneppenbach in Rheinland-Pfalz, wo sich der Räuberhauptmann im 18. Jahrhundert versteckt haben soll, ist direkt an einem der wildromantischsten Campingplätze gelegen. Der Felsrücken im Hahnenbachtal sieht noch fast so aus wie damals, als der Schinderhannes hier sein Unwesen trieb.
Wer Wert auf viel Komfort legt, kann beim Ruhrcamping in Nordrhein-Westfalen statt im Zelt in umgewandelten Bauwagen wohnen.
Bei so viel Auswahl und Abwechslung ist es kein Wunder, dass viele Camper nichts über den naturnahen Urlaub im eigenen Land kommen lassen.